Diese Rezension fällt mir besonders schwer, denn die offizielle Erstausgabe erschien vor fast einhundert Jahren, und zwar 1919. Zu diesem Zeitpunkt gab’s keinen Kaiser mehr in Österreich und somit konnte das Buch auch niemanden mehr echauffieren.
Heinrich Mann war der ältere Bruder des viel erfolgreicheren Thomas Mann (Buddenbrooks, Der Zauberberg,…). Doch zu ihm möchte ich hier gar nicht viel sagen, denn die Eckdaten wie Geburtstag, Werdegang etc. kann man bei Interesse ja im Internet nachschlagen. Viel mehr möchte ich mich auf den Inhalt beziehungsweise die Aufmachung konzentrieren. (mehr …)
Sarah Moss, eine schottische Schriftstellerin mit Island-Ambitionen, schreibt mit Schlaflos einen Roman, der sich an junge Mütter richtet. Zumindest hat es den Anschein.
Die selbstbewusste Frau Doktor Anna Bennet lebt mit Ehemann Giles Cassingham und den beiden gemeinsamen Söhnen Raph(ael) und (Ti)Moth(y) auf einer fiktiven Insel namens Colsay. Die Kinder sind sechs und eineinhalb, die Mutter oft verzweifelt, der Vater Ornithololge, der das Verschwinden der Papageientaucher Tag für Tag analysiert. Daneben wird noch ein Haus vermietet und den Urlaubsgästen psychologische Hilfe angeboten.
Baumpflanzung
Erst als isländische Apfelbäume in den hauseigenen Garten gesetzt werden, bekommt der Roman eine Wendung. Die Gebeine eines Babys werden gefunden und die Polizei tritt Anna gegenüber sehr vorurteilbehaftet auf. Wobei Frau Doktor sich ja wirklich nicht allzusehr um ihre Kinder kümmert – diese werden mitunter auch alleine im Haus gelassen, damit sie in Ruhe an ihrem Buchprojekt, für welches sie ein Stipendium bekommt, arbeiten kann. (mehr …)
Erschienen ist das Buch am 29. Juli 2013, also noch fast druckfrisch halte ich es in meinen Händen. Auf 384 Seiten wird die Geschichte des Ingenieurs Jean-Baptiste Baratte erzählt und die LeserInnen können ihm ein ganzes Jahr lang bei seiner Arbeit zusehen. Diese besteht darin, den Friedhof der Unschuldigen samt dazugehörige Kirche abzutragen, da der Gestank die Bevölkerung langsam aufzufressen scheint. Die Szenerie spielt sich dabei kurz vor der Franösischen Revolution ab und Männer tragen noch Perücke, obwohl es langsam in Mode kommt, das eigene Haar zu zeigen.
Andrew Miller, 1960 in Bristol geboren, lebt in Somerset und hat diesen Roman bereits im Jahr 2011 unter dem Originaltitel Pure bei Sceptre, London, herausgebracht. Die Titelbilder unterscheiden sich ausnahmsweise mal nicht sehr stark voneinander, obwohl verschiedene Verlage und Sprachen im Spiel sind. So ist in der englischsprachigen Ausgabe das Gewand des Mannes blau-gelb gehalten und in der vorliegenden Ausgabe grün-gold. Die Seitenanzahl ist in der englischen Version auch etwas geringer: Diese zählt 352.
Aufbau und Inhalt
Der Roman ist in vier Teile gegliedert, wobei jedem Teil ein Sprichwort zugewiesen wird. Teil 1 besteht aus (mehr …)
Heute kann ich endlich wieder einen Roman für Erwachsene rezensieren, bevor sich der Blog nächste Woche wieder der Kinder- und Jugendliteratur widmet – zumindest zum Großteil. Wie schon in der Überschrift und am Bild erkennbar, handelt es sich um das 416 Seiten starke Werk mit dem Titel Das Bücherzimmer von der österreichischen Schriftstellerin Rosemarie Marschner. Erschienen in der Jubiläumsausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlages 2011, gibt es den Inhalt des Originals aus dem Jahr 2004 wieder. Darüber hinaus scheint es einen zum Thema passenden Roman von ihr mit dem Titel Das Jagdhaus (ebenfalls bei dtv erschienen) zu geben.
Aufbau und Inhalt
Der Inhalt ist in einen Rahmen gebettet, der die Überschrift „Die alte Dame“ trägt. Jeweils das erste als auch das letzte Kapitel heißen so, dazwischen kommt die eigentliche Erzählung in drei Büchern zum Vorschein. (mehr …)
Gleich mal vorweg: man kann das alberne Wort „Shiti“ als Zusammenfassung für diesen Roman durchaus verwenden. Viel zu oft verwendet wird es nämlich auch von der Protagonistin Teddy (eigentlich Thaddäa Kis), die 33jährig immer noch Jungfrau ist und meines Erachtens schon viel zu alt für Empfindungswörter à la „shiti“. Sowas hört man vielleicht im Unkreis von pubertierenden Jugendlichen – hier kommt es einfach nur peinlich rüber. (mehr …)