Kategorie: Rezensionen Jugendbuch

  • Rezension | Farrant, Natasha: Die Geschwister Gadsby

    Rezension | Farrant, Natasha: Die Geschwister Gadsby

    gadsby
    ‚Die Geschwister Gadsby‘ ist der erste Teil einer Serie, die von der Britin Natasha Farrant geschrieben wurde. Der zweite Teil mit dem Namen „Flora in Love“ ist erst letzte Woche in England erschienen und wird hoffentlich bald den Weg in unsere Büchergeschäfte finden. Im englischen Original wird die Reihe übrigens mit „Die Tagebücher der Bluebell Gadsby“ (The Diaries of Bluebell Gadsby) übertitelt, was auch Sinn macht, denn es wird aus Sicht der etwas schüchternen aber sehr liebenswerten Bluebell geschrieben. Außerdem finden sich im Buch 20 Regieanweisungen, die Bluebell als Kameramann (sic!) ausweisen. Sie liebt es, ihre chaotische Familie, die Ratten im Garten oder ihren Nachbarn zu filmen. Natürlich schafft sie es, auch in ungünstigen Momenten ihre Kamera laufen zu lassen, was den Lesern viel Einblick verschafft.

    Die Familie

     Es ist gar nicht so einfach, die ganze Familie zu charakterisieren, es sind einfach zu viele davon. Aber einen Versuch ist es wert. Die Eltern der Geschwister Gadsby reisen jobmäßig ständig herum und sind kaum zu Hause. Deshalb haben sie ein Au-Pair organisiert – Zoran – der sich nicht nur um den Haushalt kümmert, sondern die gesamte Kindererziehung übernimmt. Flora ist die älteste der Geschwister, 16 Jahre und trägt lustige Figuren. Sie ist die coole und scheint über den Dingen zu stehen. Dann kommt Bluebell, die eine Zwillingsschwester (Iris) hatte, die leider bei einem Unfall ums Leben kam. Und dann sind da noch Twig und Jas, die „Kleinen“, die gegen Ende des Buches nochmal richtig einen drauf machen und damit die gesamte Familie zur Besorgnis treiben.

    Die Großmutter der Kinder lebt nicht in London, sondern in Devon und möchte ihre Enkel am liebsten rund um die Uhr mit Outdoor-Aktivitäten eindecken, da die Luft in der Großstadt ja sooo schlecht ist. Im Grunde genommen ist sie eine liebenswürdige Person.

    Der Nachbarsjunge Joss verdreht zuerst Bluebell, dann auch noch Flora den Kopf und sorgt für ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden Schwestern. Und Jake, von dem Bluebell eine private Skateboardstunde erhält, sollte eigentlich mehr Platz im Roman bekommen, aber leider wird nicht sehr auf Jake und Blue eingegangen. Vielleicht passiert das ja dann im nächsten Band?

    Alles in allem ein abwechslungsreicher Roman für Kinder ab ca. 11 Jahren, die gerne Fortsetzungen lesen, denn die kommt bestimmt!

    Buchdetails
    Autorin: Natasha Farrant
    Titel: Die Geschwister Gadsby
    Verlag: Carlsen
    erschienen: 2014
    Format: Hardcover
    Seitenanzahl: 256
    ISBN: 978-3-551-58311-6
    Preis: D € 15,90 | A € 16,40 | CH sFr 22,90
    direkt zum Buch: bitte hier klicken
  • Rezension | Kastura, Thomas: Please Identify!

    please identify
    Wir leben im multimedialen Zeitalter und sind umgeben von Facebook, Twitter und Co. Ich hatte über eine Jahr lang keinen Facebook-Account, weil es mir einfach zu zeitintensiv wurde, meine sogenannten Freunde zu besuchen, Likes zu vergeben oder einfach nur ihren allerneuesten Status zu kommentieren.  Doch seit dieser Blog existiert – etwas mehr als ein Jahr – wird man immer mehr dazu verleitet, auch über andere Kanäle zu posten, damit die Reichweite vergrößert wird. Viel Privates gebe ich ja nicht preis, aber wie man am Roman von Thomas Kastura merkt, muss man das auch nicht und kann trotzdem ziemlich heftige Probleme bekommen.

    Zum Inhalt

    Laura Adams fährt mit ihrer besten Freundin Mischa in den Urlaub. Genauergesagt kaufen sich die beiden ein InterRail Ticket und beschließen, Schottland unsicher zu machen. Auf den Orkneys sind die beiden Damen dann schon in Begleitung von Danny und Wesley, die auch urlauben und dann gesellt sich in Aberdeen noch Glynis dazu, die mir von Anfang an etwas suspekt vorkam. Doch der eigentliche Plot der Geschichte dreht sich um das NetFriends Konto von Laura. Auf dieses hat sie nämlich selbst keinen Zugriff mehr und langsam wird’s richtig unheimlich, denn ständig werden private Fotos von ihr als Kind gepostet oder der Hacker ruft zu Massenveranstaltungen im Namen von Laura Adams auf. Glück für sie, dass sie ihre Freunde hat – oder sind diese auch in ein Netz aus Lügen verstrickt?

    Eigene Lese-Eindrücke

    Was ich mir erwartet hatte, ist nicht ganz in Erfüllung gegangen, was aber durchaus positiv zu verstehen ist. Ich dachte, es geht um einen Internetroman, der sich im Jugendzimmer eines Teenagers abspielt. Bekommen habe ich fast einen RoadTrip, der die Protagonisten bis nach Paris führt (über Stationen in Schottland und England). Dieser Thriller ist für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet – mit dieser Altersangabe gehe ich sogar konform mit dem Arena Verlag – kann aber auch von Erwachsenen gelesen werden, die zuviel Zeit und Informationen in soziale Netzwerke stecken. Vielleicht verändert sich die Einstellung dann etwas?

    Vom Schreibstil her: Einfach, schnell zu lesen, abwechslungsreich und spannend. Der Inhalt ist gut aufgearbeitet und die Thematik aktuell. Ich denke, dass sich das Buch auch gut als Klassenlektüre anbieten würde, da die Kapitelaufteilung super ist und es mehrere Personen gibt, die man eventuell charakterisieren könnte. Für mich ein äußerst lesenswertes Buch!

    Buchdetails
    Autor: Thomas Kastura
    Titel: Please Identify!
    Verlag: Arena Verlag
    erschienen: im Februar 2014
    ISBN: 978-3-401-06881-7
    Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
    Seitenanzahl: 296