{"id":601,"date":"2013-08-07T21:54:35","date_gmt":"2013-08-07T19:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.buchwelt.co.at\/?p=601"},"modified":"2013-08-07T21:54:35","modified_gmt":"2013-08-07T19:54:35","slug":"rezension-miller-andrew-friedhof-der-unschuldigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/2013\/08\/07\/rezension-miller-andrew-friedhof-der-unschuldigen\/","title":{"rendered":"Rezension | Miller, Andrew: Friedhof der Unschuldigen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_602\" aria-describedby=\"caption-attachment-602\" style=\"width: 272px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-602    \" alt=\"\u00a9 Zsolnay Verlag | Buchcover\" src=\"https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen.jpg\" width=\"272\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen.jpg 1400w, https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen-184x300.jpg 184w, https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen-627x1024.jpg 627w, https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen-768x1254.jpg 768w, https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen-941x1536.jpg 941w, https:\/\/einfachsteinbach.at\/buchwelt\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/c119c-friedhof-der-unschuldigen-1254x2048.jpg 1254w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-602\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Zsolnay Verlag | Buchcover<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Erschienen ist das Buch am 29. Juli 2013, also noch fast druckfrisch halte ich es in meinen H\u00e4nden. Auf 384 Seiten wird die Geschichte des Ingenieurs Jean-Baptiste Baratte erz\u00e4hlt und die LeserInnen k\u00f6nnen ihm ein ganzes Jahr lang bei seiner Arbeit zusehen. Diese besteht darin, den Friedhof der Unschuldigen samt dazugeh\u00f6rige Kirche abzutragen, da der Gestank die Bev\u00f6lkerung langsam aufzufressen scheint. Die Szenerie spielt sich dabei kurz vor der Fran\u00f6sischen Revolution ab und M\u00e4nner tragen noch Per\u00fccke, obwohl es langsam in Mode kommt, das eigene Haar zu zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Andrew Miller, 1960 in Bristol geboren, lebt in Somerset und hat diesen Roman bereits im Jahr 2011 unter dem Originaltitel <em>Pure<\/em> bei Sceptre, London, herausgebracht. Die Titelbilder unterscheiden sich ausnahmsweise mal nicht sehr stark voneinander, obwohl verschiedene Verlage und Sprachen im Spiel sind. So ist in der englischsprachigen Ausgabe das Gewand des Mannes blau-gelb gehalten und in der vorliegenden Ausgabe gr\u00fcn-gold. Die Seitenanzahl ist in der englischen Version auch etwas geringer: Diese z\u00e4hlt 352.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Aufbau und Inhalt<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Roman ist in vier Teile gegliedert, wobei jedem Teil ein Sprichwort zugewiesen wird. Teil 1 besteht aus <!--more-->knapp 120 Seiten und beschreibt in 13 Unterkapiteln, die jeweils nur mit einer Zahl versehen sind, wie Jean-Baptiste Baratte den Auftrag vom Minister erh\u00e4lt, den Friedhof der Unschuldigen dem Erdboden gleichzumachen. Wir lernen auch die Familie kennen, bei der der junge Ingenieur wohnen kann und den Organisten der Kirche, die ebenfalls abgerissen werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Teil zwei kommt ebenfalls mit 13 Unterkapiteln auf ein bisschen mehr als 100 Seiten aus. Zu Beginn dieses Abschnittes f\u00e4hrt Baratte nach Hause, nach Bell\u00eame. Dort holt er M\u00e4nner, die beim Ausheben der Armengr\u00e4ber helfen sollen. Diese kennt er aus seiner eigenen Zeit als Bergarbeiter und sein damaliger Freund Lecoeur begleitet ihn nach Paris, was sp\u00e4ter der armen Jeanne, die gleich am Friedhof lebt, zum Verh\u00e4ngnis werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der dritte Teil braucht mehr Kapitel (15 an der Zahl) auf weniger Seiten und hier findet auch ein Umbruch statt. Der Protagonist wird erstmals von einer Gegnerin des Abbruchs angegriffen und schwer verletzt. Ab diesem Zeitpunkt ist er nicht mehr derselbe. Au\u00dferdem findet Jean-Baptiste Baratte seine Liebe und diese zieht bei ihm ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der letzte Teil besch\u00e4ftigt sich dann mit dem Abriss der Kirche beziehungsweise wird diese nach einem ungl\u00fccklichen Zwischenfall abgebrannt. Das Jahr ist vor\u00fcber, Baratte kehrt kurz nach Bell\u00eame zur\u00fcck, um anschlie\u00dfend gemeinsam mit seiner Freundin eine eigene Wohnung in Paris zu beziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie ich den Anmerkungen des Autors auf der letzten Seite entnehmen kann, basiert der Roman teilweise auf wahren Begebenheiten: Die Kirche und den Friedhof der Unschuldigen gab\/gibt es tats\u00e4chlich in Paris, die meisten Dinge und Personen sind aber fiktiv und mit dem Tats\u00e4chlichen kombiniert.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Eigene Meinung und Fazit<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein durchaus gelungener Roman, der von Nikolaus Stingl \u00fcbersetzt wurde. Die Thematik hat etwas morbides an sich, doch diese Tatsache vergisst man ob der H\u00e4ufigkeit ihres Vorkommens ganz schnell. Zudem werden Liebe, Leid und allt\u00e4gliche Dinge in die Handlung eingebaut und man lebt mit dem Ingenieur Baratte mit. Auch andere Personen (wie beispielsweise das Hausm\u00e4dchen Marie, die Familie Mollard, Jeanne und Armande) bekommen Charaktereigenschaften zugewiesen und spielen ihre ganz eigene Rolle. Allerdings kann man sich mit diesen Figuren &#8211; im Gegensatz zu Baratte &#8211; schwerer identifizieren, vielleicht auch, weil sie nicht so pr\u00e4sent vorkommen wie der Protagonist selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gab w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre einen kurzen Moment, an dem es langatmig wurde, doch ist dieser \u00fcbertaucht, geht es munter weiter und man ist gespannt, was sich im Leben des Br\u00fcckenbauers und nunmehr Friedhofdemolierers tut. Man wird auch in der Zeit zur\u00fcckversetzt und findet sich vielleicht im Paris des 17. Jahrhunderts wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Buch habe ich dankenswerterweise von <a title=\"Vorablesen\" href=\"http:\/\/vorablesen.de\" target=\"_blank\">vorablesen.de<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buecher\/buch.html?isbn=978-3-552-05644-2\" target=\"_blank\">Zsolnay-Verlag <\/a>zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a class=\"slider\" href=\"#aufklappen\">Buchdetails<\/a><\/p>\n<p id=\"aufklappen\"><span style=\"color: #ad1fb6\">Autor<\/span>: Andrew Miller<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">\u00dcbersetzer<\/span>: Nikolaus Stingl<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">Buchtitel<\/span>: Friedhof der Unschuldigen (Originaltitel: Pure)<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">Verlag:<\/span> <a href=\"http:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/\" target=\"_blank\">Zsolnay (Hanser Literaturverlage)<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\"> Erscheinungsjahr:<\/span> 2013, Wien | Original: 2011, London<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">Seitenanzahl:<\/span> 384<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">ISBN:<\/span> 978 3 55205 6442<br \/>\n<span style=\"color: #ad1fb6\">Preis:<\/span> \u20ac 21,90 [D] \u20ac 22,60 [A]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen ist das Buch am 29. 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