Autor: Daniela Steinbach

  • Rezension | Nothomb, Amélie: Psychopompos

    Rezension | Nothomb, Amélie: Psychopompos

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    Wer Amélie Nothomb noch nicht gekannt hat, wird ab sofort alle neuen Bücher dieser Autorin lesen wollen, und auch die „alten“. Zugegeben, mein letzter Titel von Nothomb war 2018 „Happy End“, das ich auch auf Buchwelt rezensiert habe (hier ist der Link).

    In Psychopompos begegnen uns, wie schon am Cover ersichtlich, Vögel in aller Art. Die Autorin beschreibt im Werk ihre eigene Geschichte und nicht nur einmal habe ich auch schlucken müssen. Die Worte sind sehr schön gewählt, der Erzählstil märchenhaft und die Zeilen fliegen nur so dahin. Als Diplomatentochter wird die Protagonistin mit verschiedensten Kulturen bekannt gemacht, sei es in Bhutan, Japan, China, Bangladesch. Der Psychopomp, ein Wesen, welches im Buch näher erklärt wird, steht zwischen Leben und Tod. Die Autorin und in diesem Fall die Protagonistin schreibt sich gesund beziehungsweise frei. Wie eine Vogelfeder wirkt hier auch die Schreibfeder.

    Ganz genau kann ich das Buch und die Wirkung auf mich nicht in Worten ausdrücken, aber was ich sagen möchte: Lest das Buch! Es ist eine tragisch-komische Erzählung, die mich bestimmt noch länger begleiten wird. Die Anzahl der Seiten ist mit 128 relativ gering für einen Roman, doch die Wucht und die Tiefe der Erzählung lassen das Werk viel umfangreicher erscheinen.

    Buchinfos

    Autorin: Amélie Nothomb
    Titel: Psychopompos
    Übersetzerin: Brigitte Große
    Verlag: Diogenes
    ISBN: 978-3-257-07329-4
    erschienen: 25.06.2025
    Aufmachung: Hardcover Leinen
    Preis: € 23,00 (D)
    Seitenanzahl: 128 Seiten
    Genre: Roman
    [unbezahlte Werbung | vielen Dank an den Diogenes Verlag für das e-Rezensionsexemplar]

  • Rezension | Bähr, Julia: Hustle

    Rezension | Bähr, Julia: Hustle

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    Der Schleimpilz war in eine Sackgasse gewandert und rührte sich nicht mehr. Sie war besorgt. So unkooperativ kannte sie ihn gar nicht.

    Seite 48

    Eine junge Frau findet einen Job in einem Museum, ihr Hobby sind Schleimpilze und dann findet sie sich plötzlich in einem gefährlichen Umfeld wieder. Racheaktionen plant Leonie nun neben ihrem eigentlichen Job, reist mal zu ihren sich ständig streitenden Eltern nach Hause, fährt mit dem besten Freund in den Urlaub, hat eine Beziehung, die dann aber doch nicht so wirklich funtkioniert. Der Nebenjob wird zur wichtigen Geldeinnahmequelle, da München doch ein teures Plätzchen ist. Wohnungsanzeigen schaut sich Leonie sehr oft an, doch zum Ausziehen aus ihrer Ein-Zimmer-Wohnung reicht das trotzdem nicht.

    Der Roman ist sehr witzig geschrieben, es gibt eine Pointen und langweilig wird es nicht. Die Schleimpilzliebe der Protagonistin ist erfrischend, obwohl diese Lebewesen sich nur sehr langsam fortbewegen. Dafür hat Leonie ein rasantes anderes Hobby, nämlich die Racheaktionen für andere Personen gegen Bezahlung durchzuführen. Die Ideen, wie man Rache nehmen kann, sind ebenso gewieft wie spannend und innovativ – das Lesen des Werks macht richtig Spaß.

    Leider ist das Buch nach 314 Seiten auch wieder vorbei und ich hätte gerne noch weitergelesen beziehungsweise ein Ende gehabt, das einen kleinen Abschluss hat. So hängt man ein bisschen in der Luft. Trotzdem eine sehr angenehme Lektüre, die einem feine Lesestunden bereitet.

    Buchdetails

    Autorin: Julia Bähr
    Titel: Hustle
    Verlag: pola Verlag
    ISBN: 978-3-7596-0028-8
    Preis: € 22,00 (D)
    Seitenanzahl: 320 Seiten
    Aufmachung: Hardcover
    Genre: Roman
    erschienen: 26.09.2025
    Hinweis: unbezahlte Werbung | danke an vorablesen.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar

  • Rezension | Beer, Alex: Der rote Bote

    Rezension | Beer, Alex: Der rote Bote

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    Der dritte Fall für August Emmerich spielt wieder im Wien der 1920er Jahre. Zum zweiten Teil gibt es hier auf Buchwelt ebenfalls eine Rezension – „Die rote Frau“ war der zweite Teil der Reihe.

    August Emmerich, ein etwas unkonventioneller Kommissar in Wien, hat wieder mit Morden zu tun und mit seinem Suchtverhalten. Er ist dem flüssigen Glück, wie er es nennt, nicht abgeneigt, versteckt das Fläschchen Heroin aber trotzdem im hintersten Winkel einer Lade. Sein Assistent Felix Winter kommt ebenfalls wieder vor.

    Die Hungersnot, Arbeitslosigkeit und das traurige und recht düstere Wien der Zwischenkriegszeit wird an vielen Stellen thematisiert. Was ich als in Wien lebende Person sehr ansprechend finde, sind die Beschreibungen der Wege, der Orte, mit welcher Linie man wohin kommt, da ich viele der Straßen und Plätze schon besucht habe oder auch gut kenne. Die Oberzellergasse zum Beispiel oder der Friedhof in St. Marx sind beides keine Unbekannten, auch das Ronacher besuche ich ca. einmal pro Jahr.

    Auch wenn man nicht in Wien lebt, sollte man sich den Roman zu Gemüte führen, denn er ist durchwegs spannend, an manchen Stellen erschreckend und zum Ende hin erschütternd. Da es noch einen vierten und fünften Band gibt, darf am Ende dieses Teils natürlich der Cliffhanger nicht fehlen.

    Buchinfos

    Autorin: Alex Beer
    Titel: Der dunkle Bote
    Reihe: Ein Fall für August Emmerich. #3
    ISBN: 978-3-7341-0897-6
    Aufmachung: Taschenbuch, Broschur
    Verlag: Blanvalet
    erschienen in dieser Aufmachung: 18.05.2020
    Seitenanzahl: 400 Seiten
    Genre: Kriminalroman
    [vielen Dank an den Verlag und ans bloggerportal für das e-Book-Rezensionsexemplar | unbezahlte Werbung | hier geht’s direkt zur Buchseite]

  • Rezension | Kessler, Verena: Gym

    Rezension | Kessler, Verena: Gym

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    Dieses Buch habe ich in beziehungsweise durch meine Buchhandlung des Vertrauens entdeckt. Zuerst war es Bianca-Maria Braunshofer, die bei Café Puls das Buch vorstellte. Ich habe daraufhin bei Netgalley die Buchanfrage gestellt und mir die ersten Seiten durchgelesen. Da war ich schon sehr überzeugt. Ein bis zwei Tage später besuchte ich dann besagte Buchhandlung – o*books (hier geht’s zum Geschäft) – und zufällig berichtete die Buchhändlerin einer anderen Kundin im Geschäft über das Werk von Verena Keßler. Jetzt war es um mich geschehen und ich las dann fast in einem Rutsch durch. Und es war …

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    Und es war … wahnsinnig gut. Der Roman ist in drei Sätze aufgeteilt – die Fitnessenthusiast*innen unter uns kennen sich damit ja bestens aus. Es geht um eine junge Frau, die aus einer ihr unangenehmen Situation heraus eine Notlüge erfindet und diese so konsequent weiterspielt, dass niemand auf die Wahrheit kommen kann. Diese Schwindelei spielt sich im Fitnessstudio ab, wie auch der überwiegende Teil des Werkes. Ab und zu gibt es Rückblenden in einem durchwegs rasant erzählten Gegenwartsroman.

    Was zu Beginn wie eine fast schon romantisch-kitschige Geschichte anmuten lässt – Stichwort: feministischer Inhaber des Fitnessstudios mit dem Namen MEGA GYM – , verkehrt sich ab der Hälfte des Buches in ein, nun ja, schon fast schmerzhaftes Unterfangen. Das Weglegen des Buches ist dennoch kaum möglich. Zu arg ist die Entwicklung der Protagonistin, die aber doch verstanden werden will. Der dritte Satz hebt sich von den ersten zweien ab, wobei am Ende von der Autorin eine Anspielung kommt, die Platz für weitere Spekulationen und somit ein offenes Ende lässt. Ich hätte ewig weiterlesen können und finde es schade, dass nach drei Sätzen Schluss ist.

    Buchinfos

    Autorin: Verena Keßler
    Buchtitel: Gym
    Verlag: Hanser Berlin
    Genre: Roman
    Seitenanzahl: 192 Seiten
    Aufmachung: Hardcover
    erschienen: 19.08.2025
    ISBN: 978-3-446-28163-9
    Preis: € 23,70 (AT) | € 23,00 (D)
    [es handelt sich bei diesem Exemplar um ein von Netgalley und dem Verlag zur Verfügung gestelltes e-Book | unbezahlte Werbung | hier geht’s direkt zur Buchseite]