Ich bin ein Fan von Köhlmeiers Geschichten, egal ob Familienromane oder Nacherzählungen. Dieses Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen, denn schon alleine der Titel und das Cover erinnern an ein bekanntes Märchen von Hans Christian Andersen, nämlich an ‚Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern‘. Zwar muss Yiza, das kleine Mädchen in Köhlmeiers Erzählung, nichts verkaufen, sondern erbettelt sich Nahrung, nachdem es von seinem „Onkel“ verlassen wurde, friert aber auch und muss, so interpretiere ich den Schluss, auch sterben.
Die Sätze sind einfach, aber eindringlich geschrieben, dazwischen immer wieder Absätze, die das Gelesene nochmal überdenken lassen. Und das muss man auch, denn der Autor packt in das relativ kurze Werk viele Probleme und Themen. So findet man das gerade sehr aktuelle Thema ‚Flucht‘, aber auch die Sujets Waisenkinder, Hunger, Kälte, Alleinsein, Helfen, Ausreißen usw. vor. (mehr …)
Kategorie: Buchrezension
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Rezension | Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut
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Rezension | Patchett, Ann: Aus Liebe zum Buch
Dieses Büchlein ist ein wahrer Hingucker, obwohl es so klein ist. Das Cover kommt im Stil der 70er-Jahre daher und „Aus Liebe zum Buch“ ist so handlich, dass man es eigentlich immer überallhin mitnehmen kann. Am besten in seine Lieblingsbuchhandlung – und da spreche ich von einer realen, greifbaren, nicht von einem Megakonzern, dessen Name mit dem Buchstaben A beginnt. Auch die erfolgreiche Autorin Ann Patchett hat mit ihrem Parnassus Bookstore in ihrer Heimatstadt Nashville eine Buchhandlung eröffnet, obwohl erst zwei geschlossen haben. Sie gibt nicht auf und stellt sich dem Kampf mit den Buchhändlerriesen. Ihr Buchladen ist auch im Internet vertreten und hier kann man ihn besuchen (bitte klicken). Das Buch selbst handelt eigentlich von der Eröffnung genau dieser Buchhandlung, ist aber ein generelles Plädoyer für den unabhängigen Buchhandel. (mehr …) -

Rezension | Leo, Maxim: Auentod
Mit Auentod hat Maxim Leo den zweiten Fall für Kommissar Voss herausgebracht. Meine Mama war schon vom ersten Teil (Waidmannstod) so angetan, dass ich ihr unbedingt den zweiten Band zum Lesen geben wollte, obwohl ich selbst auch recht gespannt wäre. Vielleicht borgt sie mir die beiden Bücher ja mal 😉Hier ihre Rezension! Vielen Dank, liebe Mama! -

Rezension | Reinhardt, Susanne & Voss, Dieter: Der Familienmanager
Ich bin ein großer Fan von Listen und wir haben auch damals selbst Listen von A bis Z erstellt, um uns nicht ständig um diverse Sachen streiten zu müssen. Am besten gefallen hat mir der Fernsehplan (Wer sieht was?), denn den hatten wir zu Hause auch, nur nicht als Liste, sondern wir haben direkt ins Fernsehprogramm rein-geschrieben, eingeringelt und markiert. Die Inhaltsangabe gliedert sich in Hauptkategorien, die sich dann wiederum in einzelne Listentitel aufsplittet. So findet man die Kapitel• Kinder im Alltag motivieren
• Wo hab‘ ich nur die Nummer?
• Gefahrenquellen im Haus
• Organisiert einkaufen (Familien-Einkaufszettel – super!)
• Es geht ums Geld
• Fängt mit Au! an, hört mit Oh! auf
• Familie auf Reisen
• Abfall und Recycling
• Feste und Feiern
• Wie viel Medienkonsum für wen? und
• Freizeit-Aktivitäten.Sehr gut finde ich, dass es Blanko-Pläne gibt, wie etwa „Wer macht was im Haushalt?“, darüber hinaus aber auch schon vorgedruckte Kopiervorlagen, die die üblichen Aufgaben wie aufräumen, Schuhe putzen oder Rasen mähen beinhalten. Okay, bei uns fällt Rasen mähen weg, weil wir keinen Garten haben, aber man kann die Liste ja beliebig erweitern / einschränken.
Die Motivationslisten für Kinder sind auch nicht schlecht, denn hier kann die erwachsene Person die Tätigkeiten anhaken, die fällig sind und das Kind hakt sie ab, wenn sie erledigt ist (z.B.: Papierschnipsel in den Papierkorb, schmutzige Kleidung in die Wäsche).
Diverse Checklisten, Infoseiten und Geschenkideen runden den Familien-Manager ab und machen ihn damit zu einem unentbehrlichen Helfer für Familien, die sich gerne ein wenig durchorganisieren. Einige Listen würde ich allerdings eher vermeiden, da man sie wöchentlich ausdrucken und aufhängen muss, um sinnvoll planen zu können (Papierverbrauch; ich habe vergessen, eine neue Liste auszudrucken, …).
Vielen Dank an den mvg Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
Buchinfos
Autoren: Susanne Reinhardt und Dieter Voss Titel: Der Familien-Manager Verlag: mvg Verlag erschienen: 2015 (bzw. 2003 bei Eichborn AG) Seitenanzahl: 80 Seiten ISBN: 978-3-86882-593-0 Genre: Ratgeber
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Rezension | Trojnar, Heike: Wie ein Esel mit Holz
Dieses Mal wird ein Buch aus einem mir bis zuletzt unbekannten Verlag vorgestellt. Heike Trojnar hat mich schon im April angeschrieben und auf ihren Roman aufmerksam gemacht. Ehrlich gesagt hätte ich ihn wohl sonst nicht entdeckt, deshalb war ich umso glücklicher, als ich ihn in Händen hielt und nun endlich lesen konnte. Wie der Untertitel schon erkennen lässt, handelt es sich um einen Biographischen Roman, der in Griechenland als auch in Deutschland spielt. Die Protagonistin Kyra lebt gemeinsam mit ihrer Familie in einem sehr einfachen Lehmhaus und darf nur zur Schule gehen, wenn es das Wetter erlaubt – sprich, wenn zu Hause keine Arbeit anfällt. (mehr …) -

Rezension | Maxian, Beate: Der Tote vom Zentralfriedhof
Wie man dem Cover und Titel dieses Posts schon entnehmen kann, dreht sich bei diesem Wien-Krimi alles um einen Toten des Wiener Zentralfriedhofes. Neben vielen anderen Schauplätzen ist dieser aber die Hauptlokalität des Romans und Sarah Pauli, eine junge Journalistin, nimmt sich dem Fall an, nachdem ihre Interviewpartnerin Erika spurlos verschwunden ist. Genauso vom Erdboden verschluckt war auch der Sarg des Onkels von Erika, der einfach aus dem Mausoleum gestohlen wurde. Schnell sieht Sarah Pauli in diesen zwei Ereignissen einen Zusammenhang und sie kommt nicht nur der Polizei, sondern auch dem vermeintlichen Entführer in die Quere.Für mich als Wahl-Wienerin ist dieser Krimi toll, denn Plätze, Straßennamen und bis jetzt für mich unbekannte Mysterien rund um die Millionenstadt fließen in den Roman genauso ein wie Spannung und fließender Erzählstil. Die Romantik kommt auch nicht zu kurz und das große Rätsel wird am Schluss gelöst. Am Ende überhäufen sich die Ereignisse und es war für mich nicht hundertprozentig zufriedenstellend, da mir die Reaktionen von einigen Figuren fehlten. Da hätte die Autorin noch ein wenig mehr aus dem Blickwinkel vom Ehemann der Entführten Erika Holzmann schreiben können. Aber okay, das muss jetzt auch nicht sein. Der Fall ist geklärt, Sarah Pauli schreibt weiter und die Übeltäter sind bestraft – so wie’s für einen Krimi auch gehört.
Buchinfos
Autorin: Beate Maxian Titel: Der Tote vom Zentralfriedhof Verlag: Goldmann erschienen: Juli 2014 ISBN: 978-3-442-48069-2 Genre: Kriminalroman Seitenanzahl: 416
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Rezension | Janotta, Anja: Linkslesestärke
… oder die Sache mit den Borten und Wuchstaben

Linkslesestaerke oder Die Sache mit den Borten und Wuchstaben von Anja Janotta Auf dieses Buch habe ich gewartet. Ja wirklich. Denn es ist ultrakomisch, saumäßig lustig und dann wieder tieftraurig. Die Protagonistin Mira merkt sich einfach keine Namen, kann nicht Rechtschreiben (= Rechtschreibschwäche, Gegenteil – logisch – Linkslesestärke) und wird Opfer einer gemeinschaftlichen Mobbing-Attacke, die nicht enden will.
Wären ihr bester Freund Felix und ihre zukünftige beste (lila) Freundin Svea (nein, sie heißt nicht Svea, sondern anders, aber der Name ist auch mir entfallen) nicht, hätte Mira noch mehr Probleme.
Die Geschichte liest sich rasant schnell, einzig bei manchen Wortspielereien musste ich etwas grübeln, damit ich auch wirklich draufkam, was gemeint war. Für 9-jährige Mädchen wie Jungs bestens geeignet, aber auch für erwachsene LeserInnen ein angenehmes Lesevergnügen.
Unter der passenden Webseite Linkslesestärke.de gibt’s nicht nur eine Leseprobe vom Buch, sondern auch Reh-Busse und Kontaktadressen, wenn das Kind mal gemobbt wird.
Buchdetails
Autorin: Anja Janotta Illustratorin: Stefanie Jeschke Buchtitel: Linkslesestärke oder Die Sache mit den Borten und Wuchstaben erschienen: bei cbt (Randomhouse), März 2015 Seitenanzahl: 240 Seiten Genre: Kinderbuch Altersempfehlung: ab 9 Jahren ISBN: 978-3-570-16339-9 direkt zur Buchseite: bitte hier klicken
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Rezension | Zolotow & Sendak: Herr Hase und das schöne Geschenk
Die Osterwoche hat begonnen und ich habe die Ehre, ein altes Buch in neuer Auflage vorstellen zu dürfen. Passend zum Sujet gibt Herr Hase einem jungen Mädchen Geschenktipps für den Geburtstag ihrer Mutter. Das Buch wurde von Maurice Sendak („Wo die wilden Kerle wohnen„) illustriert und vno Charlotte Zolotow 1962 geschrieben. Damals bei Harper & Row in New York veröffentlicht, erfreut es den deutschsprachigen Buchmarkt seit 1969 durch den Diogenes Verlag.Der Inhalt
Ein kleines Mädchen sucht verzweifelt nach einem Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter. Herr Hase, der im Schenken ja Meister ist, gibt ihr einige Tipps – manche davon sehr unbrauchbar, aber was soll er schon sagen, wenn das Mädchen nur Farben angibt auf die Frage, was die Mama gern habe. So kommt ein buntes Potpourri zusammen, das in einem Körbchen verstaut wird und die Mutter mit Sicherheit freut.
Fazit und eigene Meinung
Mir gefällt dieses Buch sehr gut, aber ich bin auch ein Fan des großen Maurice Sendak. Die Pinselstriche sind gut gesetzt und die Illustrationen weich und pastellig. Die Autorin schafft es, einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sobald man den Text liest, denn er ist kindlich-romantisch und ein wenig naiv. Genau passend für den Dialog zwischen Mädchen und Hase.
Und auch als Ostergeschenk oder Geschenk für andere Anlässe zu gebrauchen, denn das Büchlein ist hochwertig verarbeitet und trifft sicher einige Geschmäcker – nicht nur für Kinder!
Buchinfos
Autorin: Charlotte Zolotow Illustration: Maurice Sendak Titel: Herr Hase und das schöne Geschenk Verlag: Diogenes erschienen: März 2015 ISBN: 978-3-257-01177-7 Seitenanzahl: 32 Seiten direkt zur Buchseite: bitte hier klicken
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Kurzrezension | Wood, Jim: Icelandic Morphosyntax and Argument Structure
Ganz untypisch für mich, ein Sachbuch dieser Größe zu rezensieren, deshalb wird’s auch nur eine Kurzrezension, da ich mich mit der Materie einfach zu wenig auskenne, um hier eine qualitativ hochwertige Abhandlung über die Morphosyntax der isländischen Sprache abzugeben. Dennoch interessiert mich das Thema sehr, da ich ja selbst mal ein paar Semester Isländisch (und Altnordisch) und Germanistik studiert habe.Für mich war es gleich zu Beginn etwas irritierend, dass hier die Englische Syntax und Morphologie erklärt wird (anhand von ‚Bäumen‘) und erst dann Beispielsätze im Isländischen hinzukamen – ohne ‚Bäume‘. Das Buch basiert auf einer Ph.D.-Arbeit und konzentriert sich vor allem auf das Anhängsel -st, welches im Isländischen scheinbar von spezieller Bedeutung ist. Als Lernende habe ich das allerdings mitgelernt, ohne es näher zu hinterfragen 😉
Auf 316 Seiten bringt Jim Wood also die isländische Morphosyntax und die ‚Argument Structure‘ näher – für mich zu wissenschaftlich, aber sicher hilfreich, wenn man sich näher mit der isländischen Sprache auseinandersetzen möchte.
Buchdetails
Autor: Jim Wood Titel: Icelandic Morphosyntax and Argument Structure Verlag: Springer erschienen: 2015 ISBN: 978-3-319-09137-2 Seitenanzahl: 316 Seiten direkt zur Buchseite: bitte hier klicken
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Rezension | Anwander&Vierich: Praterglück
Die Story fand ich super, gleich mal vorweg. Die verschiedenen Medien, über die die Kommunikation stattfand, ebenfalls. Wofür ich einen Abzug geben würde, war doch die teilweise sehr vulgäre Sprache und die Frage, ob Balthasar (also der Wiener) wirklich so intelligent ist, dass er in allen seinen E-Mails und Post-its usw. ein dermaßen korrektes Deutsch an den Tag legt, dass selbst eine Gymnasiastin vielleicht das ein oder andere Mal ein Wort falsch geschrieben hätte. Gut, aber das wird vielleicht sogar von den Autoren diskutiert worden sein. Sei’s drum.Der Inhalt
Balthasar, ein 50-jähriger Wiener und Paul, der 45-jährige (+/-) Berliner sind Brüder. Also sie haben die gleiche Mutter, kennen sich aber nicht wirklich. Ihre gemeinsame Tante möchte, dass sie zusammen den Würstelstand ‚Praterglück‘ betreiben und ihr jeweils die Hälfte des Gewinnes (nicht des Umsatzes, wie Balthasar immer wieder sagt) zukommen lassen müssen. Eines Abends kommt es vor der Institution zu einem Unglück: Ein Mann wird durch einen Bauchstich getötet und natürlich konzentriert sich die Ermittlungsarbeit auf die beiden ungleichen Brüder. Diese haben mit dem Anschlag vermutlich nichts zu tun, doch sie überlegen indes, wie sie ihre Tante aus dem Weg schaffen können, um endlich frei und selbständig sein zu können.
Der Schreibstil ist, wie ich schon kurz erwähnt habe, teilweise etwas derb und unter der Gürtellinie. Aber das mag vielleicht auch dran liegen, dass Balthasar ein typischer Wiener mittleren Alters ist. Und so, wie er beschrieben wird, könnte das dann doch auf einige in dieser Stadt treffen 😉 Paul, der Studienabbrecher, ist da schon etwas gewählter in seiner Ausdrucksweise, wirkt aber des öfteren mal belehrend. Auch typisch für Berliner? Wahrscheinlich. Denn dieses Buch schafft es, mit Vorurteilen und Schubladisierungen zu unterhalten. Die Putzfrau Andjelina kommt aus Transnistrien, wäre aber als Prostituierte vorgesehen gewesen; die nächste Putzfrau ist Aische (türkischer Abstammung); Balthasar war früher mal Bodybuilder; …
Insgesamt kann man sagen, dass das Buch echt witzig zu lesen ist und man es ob des Stils schnell durch hat. Manchmal werden nämlich nur kurze SMS oder Post-Its abgedruckt, die längeren Passagen werden vornehmlich im E-Mail-Stil wiedergegeben.
Ich kann das Buch empfehlen – egal ob Wienern oder Berlinern 😉
Autoren: Berndt Anwander und Thomas A. Vierich
Buchtitel: Praterglück. Eine Krimi-Groteske
Verlag: Atlantik
Erscheinungsjahr: 2015, Hamburg
Seitenanzahl: 160
ISBN: 978-3-455-65021-1
Preis: (D) € 9,99