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  • Rezension | Anwander&Vierich: Praterglück

    Rezension | Anwander&Vierich: Praterglück

    praterglückDie Story fand ich super, gleich mal vorweg. Die verschiedenen Medien, über die die Kommunikation stattfand, ebenfalls. Wofür ich einen Abzug geben würde, war doch die teilweise sehr vulgäre Sprache und die Frage, ob Balthasar (also der Wiener) wirklich so intelligent ist, dass er in allen seinen E-Mails und Post-its usw. ein dermaßen korrektes Deutsch an den Tag legt, dass selbst eine Gymnasiastin vielleicht das ein oder andere Mal ein Wort falsch geschrieben hätte. Gut, aber das wird vielleicht sogar von den Autoren diskutiert worden sein. Sei’s drum.

    Der Inhalt

    Balthasar, ein 50-jähriger Wiener und Paul, der 45-jährige (+/-) Berliner sind Brüder. Also sie haben die gleiche Mutter, kennen sich aber nicht wirklich. Ihre gemeinsame Tante möchte, dass sie zusammen den Würstelstand ‚Praterglück‘ betreiben und ihr jeweils die Hälfte des Gewinnes (nicht des Umsatzes, wie Balthasar immer wieder sagt) zukommen lassen müssen. Eines Abends kommt es vor der Institution zu einem Unglück: Ein Mann wird durch einen Bauchstich getötet und natürlich konzentriert sich die Ermittlungsarbeit auf die beiden ungleichen Brüder. Diese haben mit dem Anschlag vermutlich nichts zu tun, doch sie überlegen indes, wie sie ihre Tante aus dem Weg schaffen können, um endlich frei und selbständig sein zu können.

    Der Schreibstil ist, wie ich schon kurz erwähnt habe, teilweise etwas derb und unter der Gürtellinie. Aber das mag vielleicht auch dran liegen, dass Balthasar ein typischer Wiener mittleren Alters ist. Und so, wie er beschrieben wird, könnte das dann doch auf einige in dieser Stadt treffen 😉 Paul, der Studienabbrecher, ist da schon etwas gewählter in seiner Ausdrucksweise, wirkt aber des öfteren mal belehrend. Auch typisch für Berliner? Wahrscheinlich. Denn dieses Buch schafft es, mit Vorurteilen und Schubladisierungen zu unterhalten. Die Putzfrau Andjelina kommt aus Transnistrien, wäre aber als Prostituierte vorgesehen gewesen; die nächste Putzfrau ist Aische (türkischer Abstammung); Balthasar war früher mal Bodybuilder; …

    Insgesamt kann man sagen, dass das Buch echt witzig zu lesen ist und man es ob des Stils schnell durch hat. Manchmal werden nämlich nur kurze SMS oder Post-Its abgedruckt, die längeren Passagen werden vornehmlich im E-Mail-Stil wiedergegeben.

    Ich kann das Buch empfehlen – egal ob Wienern oder Berlinern 😉

    Buchdetails

    Autoren: Berndt Anwander und Thomas A. Vierich
    Buchtitel: Praterglück. Eine Krimi-Groteske
    Verlag: Atlantik
    Erscheinungsjahr: 2015, Hamburg
    Seitenanzahl: 160
    ISBN: 978-3-455-65021-1
    Preis:  (D) € 9,99

  • Rezension | Lehane, Dennis: The Drop – Bargeld

    Rezension | Lehane, Dennis: The Drop – Bargeld

    the drop bargeldEndlich wieder kam ich in den Genuss, einen Roman von Dennis Lehane zu lesen.  Mein erster war ‚In der Nacht‘ (hier geht’s zur Rezension), welcher mir schon außerordentlich gut gefallen hat, vor allem der Stil des amerikanischen Autors, der unter anderem ‚Shutter Island‚ und ‚Mystic River‚ geschrieben hat. Diese beiden Filme wurden, eben auch wie jünstens  ‚The Drop‚ (Kinostart in Deutschland Dezember 2014) verfilmt.

    Worum es geht, ist schnell erklärt: Die Bar von Cousin Marv und seinem Mitarbeiter Bob Saginowski wird überfallen, naja, eigentlich ist es ja gar nicht Cousin Marvs Bar, sondern die von viel mächtigeren Kriminellen. In dieser sogenannten Drop Bar arbeitet Bob, der auf den ersten Blick ganz nett und ruhig scheint. Auch, als er einem Hund das Leben rettet, indem er das verletzte Tier aus der Mülltonne befreit und mit zu sich nimmt, sympathisiert man sich mit ihm. Und Nadia ist auch nicht abgeneigt von Bob. Doch als eines Tages Eric, ein sehr gefährlicher Gangster, der schon öfters für länger im Gefängnis saß, seinen Hund zurückhaben will und Geld von Bob fordert, beginnt die Fassade zu bröckeln.

    Wer einmal etwas von Dennis Lehane gelesen hat, wird so schnell nicht mehr von diesem Autor loskommen. Mein nächster Roman von ihm – Mystic River – liegt schon bereit …

    Buchdetails

    Autor: Dennis Lehane
    Buchtitel: The Drop – Bargeld
    Verlag: Diogenes Verlag
    Erscheinungsjahr: 2014, Zürich
    Seitenanzahl: 224
    ISBN: 978-3-257-06915-0
    Preis:  (D) € 19.90 / (A)  € 20.50 / sFr28.90*

  • Rezension | Leo, Maxim: Waidmannstod

    Rezension | Leo, Maxim: Waidmannstod

    waidmannstod
    Dieses Mal hat meine Mama für mich die Lese- und Rezensionsarbeit übernommen, aber ich denke, dass es ihr ganz gut gefallen hat, denn sonst wäre sie nicht so schnell mit diesem Buch aus dem Kiwi-Verlag durch gewesen.
    Hier ihre Eindrücke:
    Ich habe gestern Morgen mit dem (288 seitigen) Buch begonnen und mich hat dieser Krimi so gefesselt, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen und um 22:00 Uhr mit diesem sehr gut geschriebenen, sehr spannenden Kriminalroman fertig war:
    Der Kommissar Voss läßt sich wegen der kranken Mutter wieder in seine alte Heimat zurück versetzen (schon aufgrund der Beschreibung der brandenburgischen Heimat des Voss lässt in mir den Wunsch aufkeimen, das Bundesland Brandenburg mal zu sehen -ich muss unbedingt dorthin – dies nur am Rande) und schon wurde ein Mensch umgebracht; viele Verdächtige, viele verschiedene Motive wie Windräder, für die, die schönen Wäldern weichen müssten; korrupter Notar, vergangene Liebschaften; bis die 2. Leiche gefunden wird, da wird es nun noch verwirrender und bis zum Schluss, der total anders ist, als man denkt, sehr spannend!  In diesem Krimi wird auch sehr gut beschrieben, wie sich ein Team „zusammenraufen“ kann, dank Voss!
    Bei ‚Waidmannstod‘ handelt es sich um den ersten Fall für Kommissar Voss und man darf gespannt sein, ob / wann ein nächster herauskommen wird.
    An dieser Stelle geht mein Dank an meine Mama, die so schön über ihre Eindrücke geschrieben hat, an den KiWi-Verlag und dessen österreichischen Verlagsvertreter Buchkontor, welches mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
    Buchdetails
    Autor: Maxim Leo
    Titel: Waidmannstod
    Genre: Krimi
    Verlag: Kiepenheuer und Witsch 
    erschienen: 9/2014
    Seitenanzahl: 288 Seiten
    ISBN: 978-3-462-30824-2
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    bestellbar hier: Buchkontor-Shop
  • Rezension | Valeur, Erik: Das siebte Kind

    Rezension | Valeur, Erik: Das siebte Kind

    das siebte kindIch hatte das Glück und bekam bei der Blogger-Aktion des blanvalet-Verlages die Möglichkeit, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren. Schon alleine der Klappentext machte mich neugierig und als ich erfuhr, dass es ganze 800 Seiten hat, war ich noch gespannter, wie sich die Geschichte entwickelt.

    Hier der Klappentext:

    Sieben Waisenkinder aus Kongslund. Was ihnen angetan wurde, ist unverzeihlich. Und als würde ein Fluch auf ihnen liegen, haben sie alle schwere Schuld auf sich geladen. Marie, eines jener sieben Waisenkinder, hat den Werdegang ihrer einstigen Heimfreunde über Jahre und Jahrzehnte verfolgt. Als Erwachsene ruft sie alle zusammen. Aber will sie wirklich, dass ihnen allen endlich Gerechtigkeit widerfährt? Oder trachtet sie vielmehr einzig nach Abrechnung?

    Inhalt und Aufbau

    In 40 Kapiteln wird das Leben von Marie, teilweise aus ihrer eigenen Perspektive, geschildert. Dabei hat es das damals unerwünschte Kind nicht leicht, denn sie musste im Kinderheim Kongslund bleiben, weil sie niemand adoptieren wollte. Während der ganzen Zeit ist sie ständig damit beschäftigt, ihre Leidensgenossinnen aus der Zeit der Elefantenstube zu finden und sie zu beobachten. Erst im Erwachsenenalter findet sie einen Weg, dass sie sich alle wiedersehen, aber leider bleibt der Eklat nicht aus.

    Nach jedem Kapitelnamen gibt es kursive Passagen aus den Tagebüchern Maries, und dann beginnt die eigentliche Erzählung. Spannend ist der Roman von Anfang bis Ende, allerdings schleichen sich Szenen ein, die beim Lesen übersprungen werden können und mit der ursprünglichen Geschichte in keinem engen Zusammenhang stehen. Aber gerade diese Tatsache macht das Werk aus, denn der Leser wird auf eine falsche Fährte geführt und muss wohl oder übel über gewisse Fakten nachdenken – sind sie nun für die Auflösung des ‚Falles‘ notwendig oder nicht? Kann das tatsächlich passiert sein oder ist die Tragödie nur der kindlichen Phantasie entsprungen?

    Der Debütroman von Erik Valeur hat es in sich – nicht nur die sprachlich überzeugende Art, sondern auch der Fortgang der Geschichte fesseln und lassen einen den Roman nicht mehr aus den Händen legen. Der Nachteil ist das Gewicht, denn wer möchte schon einen 800-Seiten-Schmöker mit sich in der Handtasche rumschleppen? Fängt man allerdings mit der Lektüre an, kommt man kaum drum rum 😉

    Fazit

    Politischer Psychothriller mit turbulentem und unerwartetem Ende, der mitfühlend und verständnisvoll von seinen (manchmal auch sehr negativ handelnden) Personen erzählt.

    Buchdetails
    Autor: Erik Valeur
    Titel: Das siebte Kind (Det syvende barn)
    Verlag: blanvalet
    erschienen: 2014
    Seitenanzahl: 800
    ISBN: 978-3-7645-0504-2
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  • Rezension | Canal, Anne von: Der Grund

    Rezension | Canal, Anne von: Der Grund

    der grundVom ersten Moment an, als ich dieses Cover gesehen habe, wusste ich, dass ich das Werk von Anne von Canal lesen muss. Das liegt einerseits an den wunderbaren Farben und der Titelkomposition, andererseits am Flügel mit dem typischen Klavierschemel, denn ich habe auch als Jugendliche gespielt.

    Dass es dann tatsächlich um einen angehenden Klaviervirtuosen geht, überraschte mich nicht. Dafür die Aufmachung des Romans, der auf zwei Ebenen seinen Fortlauf findet. Einerseits gibt es Logbucheinträge eines Kreuzfahrtsklavierspielers, andererseits die Familiengeschichte oder besser gesagt -tragödie von Laurits. Die Erzählperspektive im letztgenannten Teil (Schiff und Geschichte wechseln immer wieder ab) finde ich grandios. Ein außenstehender Erzähler berichtet von der Geschichte rund um die Familie, aber mit einem besonderen Fokus auf Laurits, sodass man sich an manchen Stellen nicht sicher ist, ob nicht auch diese Dinge von Laurits so erlebt wurden. Mit diesen Dingen meine ich seine Kinderheit, die Jugend, seine Ehe mit Silja, deren gemeinsames Kind Liis und die nie ganz erloschene Flamme, professioneller Klavierspieler zu werden.

    Generell finde ich die Sprache und den Fortgang der Geschichte sehr schön und stimmig, an vielen Stellen traurig und deprimierend, an manchen aufreibend und erschütternd. Ein wunderbares Debüt also. Was will man mehr?

    Vielen Dank an dieser Stelle an die mare-Verlagsvertretung in Wien, Buchkontor, für die Zurverfügungstellung dieses Rezensionsexemplars!

    Buchdetails
    Autorin: Anne von Canal
    Buchtitel: Der Grund
    Verlag: mare Verlag
    erschienen: 2014
    Seitenanzahl: 272
    ISBN: 978-3-86648-196-1
    zu kaufen zum Beispiel hier: Buchkontor

  • Rezension | Grünberg, Arnon: Blauer Montag

    Rezension | Grünberg, Arnon: Blauer Montag

    blauer montagWo soll ich am besten beginnen, dieses Buch vorzustellen? Vielleicht ganz am Anfang. Bereits 1994, also 10 Jahre vor der neuerlichen Auflage bei Diogenes, erschien ‚Blauer Montag‘ mit dem niederländischen Titel ‚Blauwe maandagen‘, die deutsche Erstausgabe gab’s dann 1997. Die Kritiken in den diversen Foren und Online-Buchshops klaffen weit auseinander. Von supertoll über mittelmäßig bis hin zu schlecht findet man alle möglichen und teilweise sogar gut begründete Meinungen, sodass man sich echt nicht sicher sein kann, ob das Debüt von Arnon Grünberg tatsächlich gelesen werden soll. Ich hab’s gelesen und fand es streckenweise zu derb, dafür an anderen Stellen extrem witzig, da Grünberg einen echt trockenen, ironischen, manchmal sarkastischen Humor in seinen Roman einbaut.  Etwas verwirrt hat mich die Tatsache, dass er über sich selbst schreibt – ich weiß bis jetzt nicht, wie viele Dinge davon wahr sind, aber eigentlich interessiert es mich auch nicht so sehr, denn es ist ein Roman und der Protagonist heißt nun mal so wie der Autor. Alles gut.

    Der Inhalt

    Gegliedert in fünf Kapitel, teilweise mit Unterkapiteln versehen, erstreckt sich das Werk über 368 Seiten und liest sich extrem schnell, da witzig und flüssig geschrieben. Eine echt lange Strecke handelt von Rosie, der ersten großen Liebe des Protagonisten. Ebenso viel, wenn nicht mehr, wird von den Mädchen berichtet, die Arnon (also die Figur) besucht hat, um seinem langweiligen Leben einen Sinn zu verpassen beziehungsweise mal nicht in einer Kneipe zu sitzen, um dort zu trinken.

    Ein weiterer Erzählstrang handelt von Grünbergs Eltern. Sein Vater starb früh und seine Mutter macht sich ständig sorgen um den missratenen Sohn, der sogar von der Schule fliegt, weil er nur Unfug im Kopf hat. Dabei wird viel auf die jüdischen Feiertage eingegangen, die für Arnon aber nicht so wichtig sind.

    Und am Ende möchte der eigentliche Verleger und Ex-Adressen-Büro-Mitarbeiter dann selbst unter die Call Boys gehen, damit er endlich mal zu Geld kommt. Ob er das tatsächlich macht, steht in den Sternen, denn das Buch endet, bevor er einen Auftrag bekommt.

    Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, wenn auch Abschnitte dabei waren, die mich nicht vollends gebannt haben.

    Buchdetails
    Autor: Arnon Grünberg
    Titel: Blauer Montag
    Verlag: Diogenes
    erschienen: April 2014
    Seitenanzahl: 368
    ISBN: 978-3-257-23128-1
    bestellbar zum Beispiel hier: Buchkontor
  • Buchvorstellung danach: Endlich Weihnachten! (Hg. Daniel Kampa)

    Buchvorstellung danach: Endlich Weihnachten! (Hg. Daniel Kampa)

    endlich weihnachtenSo, ein paar Tage nach Weihnachten kann ich nun das Buch ‚Endlich Weihnachten!‘ vorstellen. Und dies aus gutem Grund: Wer nach Weihnachten noch Weihnachtliches liest/sieht/hört, feiert praktisch nachträglich den Advent. Und das komplett stressfrei. Ohne Weihnachtseinkäufe, die einem im Nacken (Geschichte von Axel Hacke) oder Vanillekipferl, die einem im Bauch liegen (Daniel Glattauers ‚Typologie der Vanillekipferl-Esser‘), dafür mit wunderbaren Geschichten der eben genannten und noch vielen mehr, wie Ingrid Noll, Ernest Hemingway, Erich Kästner, Sibylle Berg, Martin Suter, Max Frisch, Truman Capote, um nur einige wenige zu nennen.

    Der Untertitel des Buches – Geschichten über die schrecklich-schönste Zeit des Jahres – spricht eigentlich schon Bände, trotzdem schafft es Diogenes, jährlich eine dieser Anthologien herauszugeben. Man könnte fast in einen Weihnachtssammelwahn verfallen. Wer gerne Literarisches schenkt, kann getrost auf dieses Buch zurückgreifen – kurze, spritzige, schaurige, lustige und vor allem unterhaltende Beiträge findet der/die Beschenkte hier.

    Ich bin schon sehr gespannt, welches Bändchen 2015 erscheinen wird und versüße mir bis dahin meine Zeit mit vielen anderen Büchern, vielleicht auch mit einem Kurzgeschichtenband von Daniel Kampa?

    Näheres zu den Büchern findet man auf der diogenes-Seite (hier klicken, um direkt zur Seite zu gelangen).

    Bisher im Weihnachtsbandformat bei Diogenes erschienen (u.a.):

    • 2013: Schöne Bescherung (Hinterhältige Weihnachtsgeschichten)
    • 2013: Lamettaspuk (Weihnachtliche Gespenstergeschichten)
    • 2012: Früher war Weihnachten viel später (Hinterhältige Weihnachtsgeschichten)
    • 2012: Lamettaleichen (Kriminelle Weihnachtsgeschichten)
    • 2011: Früher war Weihnachten später (Hinterhältige Weihnachtsgeschichten)
    • 2011: Weißer Weihnachtszauber (Nostalgie!)
    • 2010: Weihnachtsschmaus
    • 2009: Nicht schon wieder Weihnachten!
    • 2009: Weihnachten mit Ringelnatz
    • 2008: Früher war mehr Bescherung (hinterhältige WG)
    • 2008: Weihnachtsdetektive (u.a. mit Sherlock Holmes)
    • 2007: O du Schreckliche (kriminelle Weihnachtsgeschichten)
    • 2007: Früher war noch viel mehr Lametta (hinterhältige WG)
    • 2006: Früher war noch mehr Lametta
    • 2005: Früher war mehr Lametta
    • 2005: Alle Jahre wieder (romantische Weihnachtsgeschichten)
  • Rezension | Stilton, Thea: Die Thea Sisters – Reihe

    Rezension | Stilton, Thea: Die Thea Sisters – Reihe

    thea_stilton_bd_05_21290-1_new_york.inddAuf Buchwelt habe ich ja schon mal ein ähnliches Büchlein vorgestellt, nämlich das des Bruders von Thea Stilton, Geronimo. Um zur Rezension dazu zu kommen, klickt einfach hier.  Im Gegensatz zu Geronimos Geschichten sind Theas etwas mädchenhafter und laden zum Miträtseln ein. Ein Webauftritt darf auch hier nicht fehlen und außerdem gibt’s dort Leseproben von einigen Büchern dieser Reihe.

    Was erwartet euch nun in den Büchern?

    Zuerst gibt’s eine Vorstellung der Protagonistinnen, das sind Thea, Nicky, Colette, Violet, Paulina und Pamela – jede von ihnen kommt aus einer anderen Ecke der Welt. Dann gibt’s noch eine Übersichtskarte über New York sowie den Hinweis, dass eine Lupe bedeutet, selbst den Fall zu lösen bzw. bei der Auflösung behilflich zu sein. Jede Buchseite ist mit Zeichnungen versehen und die Buchstaben sowie Sätze werden fallweise grafisch dargestellt. Für Mädels, die nicht so gerne lesen oder noch nicht sattelfest sind, ist es sicher gut geeignet, für lesestarke junge Damen könnte diese Veränderung der Schrift befremdlich wirken und beim Lesen stören. Da greift man dann lieber sofort zu Comics.

    Die Bücher sind übrigens schon im Jahr 2007 auf Italienisch erschienen, also keine Neuerung im klassischen Sinn. Was ich besonders gut finde ist, dass die Bücher nicht gar so teuer sind, dass es einen eigenen Webauftritt gibt und immer wieder mal neue Bände rauskommen, so sind Weihnachts-, Oster- und Geburtstagsgeschenke gesichert, zumindest für ein paar Monate.

    Buchdetails
    Autorin: Thea Stilton
    Buchtitel: Die Thea Sisters und das Rätsel von New York
    Verlag: rotfuchs bei rororo
    erschienen: September 2014
    Seitenanzahl: 176 Seiten
    ISBN: 978-3-499-21290-1
    Preis: € 7,99
  • Rezension | McEwan, Ian: The Children Act (dt. Titel: Kindeswohl)

    Rezension | McEwan, Ian: The Children Act (dt. Titel: Kindeswohl)

    the children actDas letzte Buch, das ich auf Englisch gelesen habe, ist doch schon einige Zeit her, was aber nicht bedeutet, dass ich in dieses schwer hineingefunden habe. Im Gegenteil: Wer der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, aber sich oft nicht über ein Buch drüber traut, dem kann ich dieses echt nahelegen, denn der Sprachstil ist einfach ein Traum. So schnell, wie ich in Fionas Welt eingetaucht bin, war ich auch schon wieder mit dem Buch fertig. Ein geniales Werk!

    Worum geht es?

    Fiona Maye ist Richterin am High Court in London und spezialisiert für Familienrecht. Dass es da schon mal etwas heftig zur Sache gehen kann, sei vorausgeschickt. Ihr Mann Jack, mit dem sie seit über dreißig Jahren verheiratet ist, verhält sich plötzlich sonderbar und möchte ihren Segen für eine Affäre mit einer sehr jungen Dame. Den Kopf eigentlich ganz wo anders, muss Fiona einen äußerst dringenden Fall, bei dem es tatsächlich um Leben und Tod geht, bearbeiten und trifft auf einen fast volljährigen Sohn eines Zeugen-Jehovas-Paares, die die rettende Bluttransfusion vehement ablehnen. Sie setzt, trotz ihrer privaten Probleme, alle Hebel in Bewegung und versucht, die richtige Entscheidung zu treffen – wird sie es schaffen und ihre privaten Probleme außen vor lassen?

    Zum Buch und Autor

    Ian McEwan war dieses Jahr Gast beim Festival ‚Literatur im Nebel‘ in Heidenreichstein. Leider konnte ich daran nicht teilnehmen, da die Veranstaltung restlos ausverkauft war. Als ich das Buch ‚The Children Act‘ gewann, freute ich mich sehr. Noch größer war die Freude allerdings, als mir die Dame vom Penguin-Verlag ein signiertes Exemplar zukommen ließ. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal dafür.

    Leider kann ich über meinen Blog den genialen Einband (gummiert) des Buches nicht so beschreiben, wie er tatsächlich ist. Man muss das Buch echt in Händen halten – es fühlt sich wie Samt an und ich wollte es schon alleine wegen diesem Material nicht weglegen.

    Der Autor Ian McEwan hat schon einige Werke auf seiner Liste, darunter namhafte wie ‚Abbitte‘, ‚Honig‘ oder ‚Liebeswahn‘. Im Jänner 2015 erscheint ‚The Children Act‘ unter dem Titel ‚Kindeswohl‘ auch auf Deutsch, und zwar im Diogenes Verlag.

    Buchdetails
    Autor: Ian McEwan
    Titel: The Children Act (engl.)
    Verlag: Penguin
    erschienen: 2. September 2014
    Seitenanzahl: 224 Seiten
    ISBN: 9780224101998
    deutsche Ausgabe erscheint im Jänner 2015
  • Rezension | Oksanen, Sofi: Als die Tauben verschwanden

    Rezension | Oksanen, Sofi: Als die Tauben verschwanden

    als die tauben verschwandenNormalerweise lese ich eher wenig über den zweiten Weltkrieg beziehungsweise Schicksale des schrecklichen Krieges, doch dieses Buch hat mich schon durch den Einband in seinen Bann gezogen. Nimmt man den Umschlag herunter, kommt einem schönstes Lila in die Hände und auch das Lesebändchen ist in diesem Farbton gehalten.

    Die Finnin namens Sofi Oksanen, die bereits mit ihrem dritten Roman „Fegefeuer“ in Finnland die Bestsellerlisten anführte, wurde schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Verlag Kiepenheuer & Witsch diese Dame mit zur Frankfurter Buchmesse 2014 nimmt (8. – 12.10.2014).

    Worum es geht – kurz und bündig

    Drei Esten beziehungsweise das Schicksal dieser drei Personen wird auf 432 Seiten eindrucksvoll dargestellt. Gleich zu Beginn konfrontiert die Autorin mit dem Krieg und bösen Vorahnungen. Roland hält sich im Hintergrund und hofft auf die Befreiung, während Edgar sich bis an die Front wagt und selbst Umstürze plant. Dessen Frau Juudit, die überhaupt nicht mit ihrer Schwiegermutter kann, bleibt im Zentrum der Bombenanschläge und verliebt sich dann auch noch in einen deutschen Offizier.

    Die Sprache

    Das ist mein erster Roman von Sofi Oksanen gewesen und ich bin begeistert. Sie erzählt mit einer gewissen Kühle das Geschehen und schwenkt dann wieder in eine wärmere Erzählweise um, die zum Beispiel bei der etwas klischeehaften Juudit durchkommt. Langweilig wird’s auf keinen Fall – im Gegenteil. Die spannenden Momente bleiben bis zum Schluss aufrecht.

    Buchdetails
    Autorin: Sofi Oksanen
    Übersetzerin aus dem Finnischen: Angela Plöger
    Buchtitel: Als die Tauben verschwanden (orig. Kun kyyhkyset katosivat)
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch, Köln
    erschienen: 2014 (dt. Ausgabe)
    Seitenanzahl: 432
    ISBN: 978-3-462-04661-8
    käuflich zu erwerben bei: Buchkontor