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  • Rezension | Martin-Lugand, Agnès: Glückliche Menschen küssen auch im Regen

    Rezension | Martin-Lugand, Agnès: Glückliche Menschen küssen auch im Regen

    glückliche menschen küssen auch im regenWieder ein neues Buch für die Blanvalet-Challenge 2015, doch auch ohne einen weiteren Punkt bei dieser Herausforderung abgehakt zu haben, las ich das Buch mit Freuden und Tränen. Na gut, ich habe jetzt nicht Rotz und Wasser geheult, aber gedrückt hat es mich schon das ein oder andere Mal, vor allem auch zu Beginn. Diane, die Protagonistin, ist 32 Jahre alt und hat vor einem Jahr Mann und Tochter bei einem Unfall verloren. Sie hat es bis jetzt, trotz tatkräftiger Unterstützung ihres besten Freundes Félix, nicht geschafft, sich wieder aufzurappeln und ihr Leben weiterzuleben, sondern vergräbt sich in ihre Pariser Wohnung und arbeitet nicht mehr, vom Ausgehen ganz zu schweigen. Félix wird es irgendwann mal zu viel und er schlägt der trauernden Witwe vor, in den Urlaub zu fahren, um ein bisschen Ablenkung zu finden. Doch Diane beschließt. sich für einige Monate ins Ausland, nämlich ins regnerische Irland, zu begeben. Warum gerade dorthin? Weil’s ihrem Mann Colin dort gefallen hätte. Dass sie in Irland einen Mann kennen lernt, ist schon klar, wenn man sich Titel und Cover der deutschen Ausgabe ansieht, doch das Wie und Wer und Was muss von den LeserInnen selbst herausgefunden werden. Nur soviel: ein einwandfreies Happy End darf nicht erwartet werden, was andererseits aber wieder toll ist, denn das Leben an sich ist ja nicht nur happy …

    Jedes Mal, wenn ich einen Roman lese und ihn nach nur wenigen Stunden weglege, war er entweder zu kurz oder zu leicht geschrieben. Dieses Mal traf beides zu, denn mir hat die Geschichte rund um Diane sehr gut gefallen, wäre allerdings noch ausbaufähig gewesen. Zu leicht geschrieben war er, weil mir der Tiefgang gefehlt hat, das Zwischen-den-Zeilen-Lesen, das „Hoppla, ich habe den Satz nicht verstanden, ich muss nochmal drüber“. Sieht man sich das französische Original-Cover an, würde ich einen tiefsinnigen Roman erwarten, der eher schwerfällig anmutet und die LeserInnen in seinen Bann zieht, doch mit dem deutschen Cover und Titel kann man gut mitgehen in einer leichten, doch angenehm zu lesenden Geschichte.  les gens heureuxAuch der französische Titel „Les gens heureux lisent et boivent du café“ (Glückliche Menschen lesen und trinken Kaffee) ist anders als der Deutsche, trifft aber die Seele des Buches mehr.

    Die Autorin, Agnès Martin-Lugand, ist Psychologin und widmet sich seit ihrem Erfolg mit diesem Buch nur noch dem Schreiben. Das Werk wird übrigens verfilmt – könnte mir Gerard Butler und Audrey Tautou als HauptdarstellerInnen vorstellen 😉

    Buchdetails
    Autorin: Agnès Martin-Lugand
    Titel: Glückliche Menschen küssen auch im Regen
    Verlag: blanvalet
    erschienen: 12.1.2015
    Seitenanzahl: 208 Seiten
    Genre: (Frauen)Roman
    ISBN: 978-3-7645-0528-8
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  • Rezension | Krätschmar, Tania: Clara und die Granny-Nannys

    Rezension | Krätschmar, Tania: Clara und die Granny-Nannys

    Clara und die Granny-Nannys von Tania KraetschmarDa ich bei der Blanvalet-Challenge 2015 mitmache, muss natürlich wieder mal ein Roman aus diesem Verlag rezensiert werden. Dieser Titel hat es mir besonders angetan, da  ich nicht gedacht hatte, dass er mir gefallen wird und ich in dann aber in einem Rutsch durch hatte, weil er so leicht und lustig zum Lesen war.

    Der Inhalt

    Clara möchte einen Schritt in Richtung Selbständigkeit gehen und gründet daher eine Agentur, die ältere Damen an Familien vermittelt, die Hilfe bei der Kindererziehung und im Haushalt brauchen. Also ein Au-Pair auf „alt“. Die „Granny-Nannys“, die Clara für ihren Start anheuert, sind grundverschieden und kommen auch in die unterschiedlichsten Familien, die aber eins gemeinsam haben: Sie leben in Berlin. Für die drei Damen, die bisher alle auf dem Land gelebt haben, wird dieser Ausflug auf Zeit zur wahren Erlebnisreise. Suse, Karen und Hanni erleben die verzwicktesten und verrücktesten Situationen und am Ende werden die drei dickste Freundinnen.

    Eigene Meinung

    Wie schon eingangs erwähnt, finde ich diesen Roman echt toll, da er so leicht und flüssig zu lesen ist. Teilweise ist er sogar spannend und man lebt mit den Protagonistinnen mit, wie sie ihre neuen, teilweise sehr skurrilen, Erfahrungen machen. Empfehlen kann ich den Roman allen Frauen (für Männer wahrscheinlich eher nichts), die gerne mit in ein Buch versinken möchten und dennoch kurzweiligen Lesespaß suchen.

    Infos zur Autorin

    Auf den Seiten des Blanvalet-Verlages wird folgendes über Tania Krätschmar berichtet:

    Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.

    Außerdem von ihr bei blanvalet erschienen: Eva und die Apfelfrauen (2013, ISBN: 978-3-442-38112-8)

    Buchdetails

    Autorin: Tania Krätschmar
    Buchtitel: Clara und die Granny-Nannys
    Verlag: Blanvalet
    Erscheinungsjahr: 2014
    Seitenanzahl: 384
    ISBN: 978-3-442-38299-6
    Preis:  € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,90

  • Rezension | Brooks, Ben: Lolito

    Rezension | Brooks, Ben: Lolito

    lolitoWährend der Lektüre dieses Buches musste ich des Öfteren schmunzeln, um dann wieder sehr hässliche (Kraft)Ausdrücke runterzuschlucken. Der Stil von Ben Brooks ist eigenwillig, aber genial. Zum 15-jährigen Etgar passt die Story und die Sprache komplett gut .(Ich habe erst letztens ein E-Book gelesen, in dem die vulgäre Sprache ähnlich angewendet wurde, aber zum Genre und zum Alter / Lebensstil der Menschen hat das gar nicht gepasst)

    Es geht darum, dass Etgar, verletzt wegen der Tatsache, dass ihn seine Freundin Alice angelogen hat, mit ihr Schluss macht und sich in einen Erwachsenenchat einloggt, um dort seiner Ansicht nach lustige, coole Sprüche zu verbreiten. Macy, eine Lehrerin mittleren Alters, wird auf den Teenie aufmerksam und fängt an, E-Mails mit ihm zu schreiben und auf nicht realem Wege intim mit dem Burschen zu werden. Dieser fühlt sich in der neuartigen Kommunikation mit der älteren Frau sichtlich wohl und arrangiert ein Treffen in einem Londoner Hotel, welches fatale Folgen für beide hat.

    Abgesehen von der – zugegeben – oftmals sehr vulgären Sprache lässt sich der Roman ohne Holpersteine in einem Rutsch durchlesen. Der Inhalt ist klar verständlich, mit dem Protagonisten kann man mitgehen und versteht ihn, obwohl er natürlich nicht so handelt, wie ich das vielleicht als junger Mann getan hätte. Trotzdem schreibt Ben Brooks diesen Charakter nachvollziehbar und verständlich und schafft es, mit Wortwitz ein Schmunzeln (und dreimal sogar ein Lachen) ins Gesicht seiner LeserInnen zu bringen.

    Für mich ein ausgesprochen gutes Werk, welches nicht ausnahmslos in den Jugendbuchsektor eingeordnet werden sollte (deshalb ist es auch ‚für Erwachsene‘), obschon das Alter des Protagonisten sowie das überaus punkige Cover es dazu werden lassen könnten.

    Buchdetails

    Autor: Ben Brooks
    Buchtitel: Lolito
    Verlag: Atrium Verlag
    Erscheinungsjahr: 2015
    Seitenanzahl: 272 Seiten
    ISBN: 978-3-85535-055-1
    Genre: Roman (Erwachsene)
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  • Rezension | Kettu, Katja: Wildauge

    Rezension | Kettu, Katja: Wildauge

    wildaugeMeine Mama wird langsam zur Dauerrezensentin hier auf Buchwelt.co.at. Ich persönlich finde das super, ich hoffe, meine LeserInnen auch! Um euch ein Bild von ihren Rezensionen machen zu können, verlinke ich hier gleich mal die Debüt-Buchvorstellung von ihr: bitte hier klicken.

    Aber nun zum Werk der finnischen Autorin Katja Kettu, welches den Titel „Wildauge“ trägt und bei Galiani Berlin im KiWi-Verlag 2014 erschienen ist.  Andere Rezensionen oder Buchvorstellungen betrachtend, erwartet sich die aufmerksame Leserin / der aufmerksame Leser ein Meisterwerk, zumindest wenn es nach der Sterneanzahl der Bewertungen geht (4 – 5 von 5 Sternen im Durchschnitt). Bei näherer Betrachtung stellt sich allerdings raus, dass der Roman nicht für alle Gemüter geeignet ist, wie auch meine Mama in ihren Worten berichtet:

    Aufgrund des Titels „Wildauge, der interessanten kurzen Beschreibung und der tollen Kritiken wollte ich diesen Roman unbedingt lesen!
    Es handelt sich bei diesem Buch um eine Erzählung aus dem 2. Weltkrieg in Lappland;  obwohl es in diesem Roman auch um Liebe geht,  hörte ich bei Seite 137 (von 415 Seiten, inkl. Anhang, Anmerkungen und Literatur) auf, dieses Buch weiter zu lesen, denn es wurde immer langweiliger und mit Perversitäten wurde nicht gespart. Verständlicherweise ist mir klar, dass Krieg ein grausames Thema ist und es kaum Schönes darüber geschrieben werden kann, doch bei diesem Buch gehen sogar auch etwaige Grausamkeiten des Krieges durch den langweiligen perversen Schreibstil  unter.

    Wenn ihr auch so denkt oder komplett anders, freuen wir (also meine Mama und ich) uns über Anregungen im Kommentarfeld.

    Vielen Dank an das Buchkontor und den KiWi-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.  Und ein riesengroßes Danke an meine Mama 🙂

    Buchdetails

    Autorin: Katja Kettu
    Buchtitel: Wildauge
    Verlag: Galiani Berlin (bei KiWi)
    Erscheinungsjahr: 2014
    Seitenanzahl: 416 Seiten
    ISBN: 978-3-86971-082-2
    Genre: Roman
    unter anderem hier bestellbar: bitte hier klicken

  • Rezension | Lauser, Boris: Go raw – be alive!

    Rezension | Lauser, Boris: Go raw – be alive!

    go raw - be aliveEin Kochbuch, das sich dem Trend-Thema „Gesunde Ernährung“ widmet, vegane Rezepte liefert (Ausnahme: Honig) und traditionelle Gerichte wie Spaghetti Bolognese auf roh vorstellt. Das sagt der Klappentext:

    Rohkost bedeutet nur Salat und Gemüsesticks zu knabbern? Ab jetzt nicht mehr! Denn die „lebendige Nahrung“ wird nun auch kreativ und vielfältig verarbeitet – es wird gemixt & mariniert, gedörrt & gekeimt. Neben einfachen Basic-Gerichten für jeden Tag, wie grüne Smoothies und Zucchini-Pasta, lassen sich auch Klassiker wie Pizza, Lasagne oder Käsekuchen zubereiten – und sind mindestens genauso lecker wie ihre nicht-rohen Vorbilder. Ein großer Einleitungsteil gibt alle nötigen Informationen zu Produkten, Zubereitungsarten, Geräten und Utensilien, die man für den Einstieg in die Rohkostküche benötigt.

    Ich selbst habe einige der Rezepte ausprobiert und muss sagen, dass alle äußerst geschmacklich waren. Das ist allerdings auch nicht besonders schwer, wenn man nur hochwertige (Bio-)Produkte verwendet, die halt dann doch teurer in der Anschaffung sind. Soja-Lecithin zum Beispiel findet man ja nicht im Diskonter und ich bezweifle, dass geschälte Hanfsamen bei einem gewöhnlichen Supermarkt in Bio-Qualität erhältlich sind. (mehr …)

  • Rezension | Gröls, Marcel: Doktor Gröls‘ Almanach der Literatur

    Rezension | Gröls, Marcel: Doktor Gröls‘ Almanach der Literatur

    dr grols almanach der literaturDas e-Büchlein ist schnell gelesen, denn es hat einen Umfang von etwa 42 Normseiten. Die einzelnen Themen gliedern sich in Kapitel, die teilweise in Tabellenform oder Auflistungen abgedruckt sind. Praktisch ein Sammelsurium an verschiedenen Dingen, die Literatur betreffen. Es finden sich dort u.a. Bestsellerlisten, LiteraturnobelpreisträgerInnen, AutorInnen und deren Todesursache, Erklärungen zu verschiedenen germanistischen Fachbegriffen und noch einiges mehr.

    Ich habe dieses Werk als eBook gelesen und fand es teilweise etwas mühsam, da das Format nicht ganz zum Reader gepasst hat. Außerdem ist ein Almanach der Literatur zum physischen Durchblättern vielleicht auch etwas besser geeignet, da man doch schneller mal Notizen macht oder kurz mal was nachschauen möchte. Im eBook-Reader weiß ich nicht so genau, was auf welcher Seite steht, beim Durchblättern in einem realen Buch ist man da wesentlich schneller. Die Farbgebung des Covers finde ich wunderbar, denn Türkis und Orange harmonieren m.E. ganz gut miteinander. Der Titel ist auch leicht irreführend, denn Marcel Gröls ist zwar Doktor, aber keiner der deutschen Philologie, auch wenn er einen Blog mit dem Namen www.fabelhafte-buecher.de betreibt.

    Alles in allem aber ein gelungener Almanach, der an manchen Stellen ausbaufähig ist. Vielen Dank an den Autor und an LovelyBooks für das Rezensionsexemplar!

    Buchdetails

    Autor: Marcel Gröls
    Buchtitel: Doktor Gröls‘ Almanach der Literatur
    Verlag: Hanser
    Erscheinungsjahr: 2015
    Seitenanzahl: 42 Seiten (83 eBook-Seiten)
    ISBN: 978-3-446-24958-5
    Genre: Sachbuch
    Preis:  € 2,99
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  • Rezension | Hasmann, Gabriele: Wien zu zweit

    Rezension | Hasmann, Gabriele: Wien zu zweit

    wien zu zweit
    Ein schöner Wien-Reiseführer mit einem speziellen Thema, nämlich Liebe. „Wien zu zweit“ von Gabriele Hasmann bietet nicht nur TouristInnen einen wunderbaren Überblick über romantische Orte in Wien. Auch ich als Wahl-Wienerin habe schon einige dieser Plätze gesehen und ebensolche magischen Momente erlebt, wie es schon auf dem Buchcover abgedruckt ist.

    Allerdings gibt es weit mehr Locations, die ich noch nicht entdeckt habe und deshalb empfehle ich das Büchlein wirklich jedem/r, denn die Liste der Plätze ist umfangreich und originell. Einige wollte ich schon besuchen (Badeteich Süssenbrunn, Schokomuseum), andere sind für mich komplett neu. Die Orte werden übrigens alle sehr genau beschrieben, wie viel Eintritt evtl. zu zahlen ist sowie die Erreichbarkeit mit den Öffis ist angegeben. Der Inhalt ist zweigeteilt und wer das Buch nicht nach Themen geordnet abarbeiten will, sondern nach einem gezielten Begriff sucht, ist ab Seite 15 beim ‚Verzeichnis der Orte‘ (alphabetische Auflistung) bestens bedient.

    Die Insidertipps sind wahrlich wertvoll und die „Fünf möglichen Romantik-Routen durch die Stadt“ runden den Reiseführer inhaltlich ab. – Passt übrigens in jede (Hand)Tasche 😉

    Buchdetails

    Autorin: Gabriele Hasmann
    Buchtitel: Wien zu zweit
    Verlag: Goldegg Verlag
    Erscheinungsjahr: 2015, Wien
    Seitenanzahl: 256 Seiten
    ISBN: 978-3-902903-56-0
    Genre: Romantik-Reiseführer Wien
    Preis: 12,95 Euro
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  • Rezension | Stefánsson, Jón Kalman: Das Herz des Menschen

    Rezension | Stefánsson, Jón Kalman: Das Herz des Menschen

    dsa herz des menschen
    Endlich wieder ein Roman aus dem Isländischen von Jón Kalman Stefánsson. Bei diesem handelt es sich um den letzten Teil einer Trilogie mit den Vorgängern ‚Himmel und Hölle‚ sowie ‚Der Schmerz der Engel‚.

    Das sagt übrigens der Klappentext:

    Das menschliche Herz hat zwei Kammern: Die eine heißt Glück, die andere Verzweiflung. – Während in einem verheerenden Sommerunwetter ein Handelsschiff vor den Augen der kleinen isländischen Fischergemeinde in den Fluten versinkt, steht der junge Held des Romans vor der alten Frage: Wählt er die Liebe oder die kurze Leidenschaft? Und wie lässt sich beides voneinander trennen?

    Der erste Satz kommt im Roman auch öfter mal vor und ich persönlich finde ihn wunderschön, wenn auch für mich persönlich nicht immer nachvollziehbar (glücklicherweise). In eben dieser poetischen Weise erzählt Stefánsson die Geschichte des ‚Jungen‘, der mit Jens und Hjalti gemeinsam losgezogen ist, um Ástas Leichnam zu ihrem Bestimmungsort zu bringen. Dort lernt er ein Mädchen kennen und diese begleitet ihn die ganzen 416 Seiten des Romans – wenn auch oft nur in Gedanken.

    Die Kapitel werden nach einem kurzen Zitat mit römischen Ziffern betitelt und sind stellenweise nur zwei Seiten kurz. Der epische Romanstil des Autors trägt dazu bei, dass man richtig in das Buch eintauchen kann und mit dem Protagonisten mitgeht. Ab und zu gibt es allerdings auch Passagen, die für mich etwas langatmig zu lesen waren, da zuviel der Poesie und zu wenig Handlung in das Werk Einzug gehalten hat, aber darüber kann ich im großen und ganzen hinwegsehen.

    Wer gerne tiefsinnige Romane liest, die einen Hauch von Poesie mitbringen und isländische Namen nicht ‚verdeutschen‘, sind bei diesem Werk gut aufgehoben. Ich habe übrigens die ersten zwei Teile nicht gelesen, hatte aber nicht den Eindruck, dass mir etwas fehlt.

    Buchdetails

    Autor: Jón Kalman Stefánsson
    Übersetzer: Karl-Ludwig Wetzig
    Buchtitel: Das Herz des Menschen (orig. Hjarta Mansinns)
    Verlag: Piper Verlag GmbH
    Erscheinungsjahr: 2014, München
    Seitenanzahl: 416 Seiten
    ISBN: 978-3-492-30474-0
    Genre: Romantrilogie
    Preis:  € 10,99 [D], € 11,30 [A], sFr 16,50
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  • Rezension | Krücken, Marika: Flups & Flaps. Auf abenteuerlichen Wegen

    Rezension | Krücken, Marika: Flups & Flaps. Auf abenteuerlichen Wegen

    flups & flapsZwei Eichhörnchen, die unterschiedlich aussehen, aber doch Geschwister sind, schauen sich auf dem Cover an. Der Verlag Pax et Bonum hat in das 52-seitige Paperback-Büchlein mit der Autorin Marika Krücken viel hineingelegt. Nicht nur Illustrationen, die alle paar Seiten die Lektüre verbildlichen, sondern auch reichliche Informationen über Waldbewohner und, was eigentlich noch erwähnenswerter ist, über Moral und das Verhalten gegenüber Mitmenschen.

    Die Geschichte beginnt damit, dass Flups (das weiße weibliche Eichhörnchen) bei der Vorratssuche verschwindet. Ihr Bruder Flaps soll sie suchen, doch er hat keine große Lust dazu. Erst als er anderen Tieren seiner Art begegnet, die nicht sehr gut über Flups sprechen, da sie anders aussieht, macht er sich auf den Weg, um sie zu finden. Endlich gefunden, geht das Abenteuer aber erst richtig los und die beiden jugendlichen Tierchen müssen sich sogar in der Stadt zurecht finden. Ob das gut geht?

    Die Geschichte wird in kurze Kapitel eingeteilt, die sich als Einschlaflektüre oder Vorlesegeschichte zwischendurch eignen. Dabei ist sehr viel Raum für die eigene kindliche Phantasie gegeben. So könnten Kinder dazu Zeichnungen anfertigen, wo gewisse Passagen dargestellt werden können oder nach einem Kapitel selbst weitererzählen – und dann mit dem Text vergleichen.

    Ich persönlich fand das Buch wundervoll und informativ sowie moralisch gut aufgebaut. Da steckt einiges drin und ich würde mir wünschen, wenn es eine Fortsetzung geben würde.

    Buchdetails

    Autorin: Marika Krücken
    Illustrator: Stefan Bischoff
    Buchtitel: Flups & Flaps
    Verlag: pax et bonum
    Erscheinungsjahr: 2014
    Seitenanzahl: 52
    ISBN: 978-3943650655
    Altersempfehlung: ab ca. 3 Jahren
    Preis:  € 13,90

  • Rezension | Layaz, Michel: Die fröhliche Moritat von der Bleibe

    Rezension | Layaz, Michel: Die fröhliche Moritat von der Bleibe

    die fröhliche moritat von der bleibe
    Das vorliegende Buch erschien in der deutschen Übersetzung von Yla M. von Dach in einem Verlag mit dem Namen ‚die brotsuppe‘, welcher im schweizerischen Biel (Bienne) angesiedelt ist. In Österreich gibt es meines Wissens nach (noch) keine Verlagsvertretung, was ich persönlich schade finde, denn die Bücher, die ich bis jetzt in Händen gehalten haben, haben durchaus Potenzial und sind schön gemacht: Umschlag, Einband, Lesebändchen. Da passt einfach alles.

    „Die fröhliche Moritat von der Bleibe“ heißt im französischsprachigen Original ‚La joyeuse complainte de l‘idiot‘, was auch ein wenig bezeichnender für den Roman ist als das deutsche Pendant. Allerdings lässt die Übersetzung mehr Spielraum für die eigenen Gedanken und Impressionen, die einen durch das Lesen unwillkürlich und unvermeidlich aufsuchen. So kann man in der ‚Bleibe‘ – wie sie vom Protagonisten genannt wird – ein Jungeninternat, ein Irrenhaus oder gar ein Altersheim sehen. Ganz klar wird die Sache nie, aber das ist auch nicht das erklärte Ziel des Romans.

    Nicht nur der Protagonist, der sich in den ersten Seiten schon dermaßen über das ‚Doppel-n‘ der Bleibe-Chefin Vivianne aufregt, sondern auch alle anderen TeilnehmerInnen des Werkes sind – auf gut Deutsch – nicht ganz dicht. Oder halt doch, auf ihre eigene Art und Weise. Der Hauswart-Gärtner oder Gärtner-Hauswart Hadrien; der nicht recht glücklich wirkende Arzt, obschon er auf den Namen Felix hört; Empfangsdame Mademoiselle Joisette – alle haben ihre Bestimmung in der Bleibe gefunden und werden auch nacheinander in einzelnen Kapiteln charakterisiert.

    Ein Werk, bei dem es mich etwas wundert, dass es zehn Jahre gedauert hat, bis es in einer deutschen Version auf den Markt gekommen ist, denn die Lektüre bereitet einem einzig und allein Vergnügen und einige Stunden an philosophischem Denken über die ‚Normalität‘.

    Buchdetails

    Autor: Michel Layaz
    Übersetzer: Yla M. von Dach
    Buchtitel: Die fröhliche Moritat von der Bleibe
    Verlag: verlag die brotsuppe
    Erscheinungsjahr: 2014, Biel/Bienne
    Seitenanzahl: 128 Seiten
    ISBN: 978-3-905689-51-8
    Genre: Roman
    Preis:  (D) € 21,00 | (CH) CHF 25,00